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Öffentlicher Abendvortrag: Die Evolution der Hefe im Wald

Öffentlicher Abendvortrag am 06. März im Max-Planck-Institut in Plön

27. Februar 2018

Die Plöner Evolutionsbiologin Dr. Primrose Boynton wird den letzten Vortrag dieser Winter-Saison halten. Die Forscherin wird berichten, wie und unter welchen Bedinungen Hefe im Schleswig-Holsteinischen Waldboden wächst. 

Der Vortrag findet am 06.03.2018 wie gewohnt um 19 Uhr im Hörsaal des Max-Planck-Instituts für Evolutionsbiologie in Plön statt. Er ist der nunmehr vierte und letzte Teil unserer momentanen Vortragsreihe, in der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Forschung des Institutes an wichtigen evolutionsbiologischen Themen erklären. Diese Veranstaltungen richten sich an alle interessierten Personen, Fachwissen wird nicht vorausgesetzt.

Wir kennen Hefe als Backtriebmittel für Kuchen und Brot, aber auch zum Gären von alkoholischen Getränken, wie Wein und Bier. Diese kommerzielle und genüssliche Bedeutung hat eine lange Tradition, da schon in der Antike Hefe zum Brauen von Bier verwendet wurde. Aber wussten Sie, dass Hefe ein einzelliger Pilz ist, der auch im Wald lebt?

Warum können Hefen sowohl im Wald als auch in Kuchen, Brot, Bier und Wein wachsen, obwohl die Lebensbedingungen vollkommen unterschiedlich sind? Was genau benötigt Hefe zum Wachstum in diesen verschiedenen Umwelten?

Das sind Fragen, mit denen sich Primrose Boynton am MPI in Plön beschäftigt.

<p>Waldboden, tote Laubblätter und Eichenstämme sind natürliche Lebensräume von Hefen.</p> Bild vergrößern

Waldboden, tote Laubblätter und Eichenstämme sind natürliche Lebensräume von Hefen.

In einem Forschungsprojekt untersucht sie die Entwicklung und Ökologie von Hefen in Waldböden in Schleswig-Holstein. Die kleinen Organismen leben im Boden und auf toten Blättern oder auch an Baumrinden. Sie können aus gesammelten Bodenproben oder Laubblättern im Labor kultiviert und untersucht werden. So konnte die Mikrobiologin beispielsweise herausfinden, dass Hefe das ganze Jahr über im Boden lebt. Besonders interessant findet sie dabei, wie sich diese Mikroben in den unterschiedlichen Jahreszeiten entwickeln. Die Hefen im Wald sind genetisch sehr vielfältig und es scheint so, als ob einige von ihnen besser auf die Umweltbedingungen im sommerlichen Waldboden angepasst sind, andere dagegen besser im Winter wachsen können.

Der Vortrag von Dr. Primrose Boynton, Forschungsprojektleiterin in der Gruppe Umwelt-Genomik, wird einmal ganz andere und nicht auf Anhieb sichtbare Einblicke in die Wälder Schleswig-Holsteins geben. Mithilfe des über Jahrhunderte hinweg sehr bekannten Mikroorganismus Hefe können somit Erkenntnisse gewonnen werden, die etwas zum grundlegenden Verständnis der (Evolutions-)Biologie beitragen.

Diese Vortragsreihe geht für diese Saison zuende. Eine neue Reihe an spannenden Vorträgen rund um das Thema Evolutionsbiologie beginnt aber schon im November diesen Jahres.

KM

 
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