
Evolution des Lebens – warum wir mit Tieren forschen
Gemäß dem Motto von Theodosius Dobzhansky (1900 – 1975) “Nichts in der Biologie macht Sinn außer im Lichte der Evolution”; erforschen wir in der Evolutionsbiologie das Leben und dessen Anpassung an wechselnde Umweltbedingungen über die Zeit.
Das Leben entstand auf der Erde vor fast 4 Mrd Jahren erst aus kleinen einzelnen Zellen und in Folge entstanden über die Jahrmillonen Mehrzeller komplexe Organismen, die wir heute als Pflanzen und Tiere kennen.
Die Entwicklung des Lebens ist eine Geschichte der ständigen neuen Anpassung an die Umwelt, die sich über die Zeit immer wieder verändert hat, mal schneller, mal langsamer.
Um diese Prozesse zu verstehen, arbeiten wir an den Grundlagen des Wissens zu den biologischen Mechanismen der evolutionären Anpassung. Dieses Wissen ist auch für die Probleme der heutigen Zeit sehr wichtig, von Fragen zu den Konsequenzen des Klimawandels bis hin zur personalisierten Medizin, vom Verständnis der Dynamik von Pandemien, bis hin zur Entwicklung von Krebs in Patienten.
Die Evolution hat viele Anpassungen hervorgebracht und viele auch wieder verworfen. Dadurch sind generelle, aber auch spezialisierte biologische Prozesse entstanden. Die generellen Prozesse findet man oft in der Frühentwicklung der Organismen, Spezialisierungen hingegen bei den einzelnen Arten. In jedem Fall müssen die Prozesse aber im Kontext des ganzen Organismus untersucht werden, denn in diesem Kontext sind sie ja evolutionär entstanden.
Daher sind Untersuchungen an Tieren essentiell. Zum einen können sie Modellsysteme für den Menschen darstellen, nämlich für biologische Prozesse die einen gemeinsamen evolutionären Ursprung haben. Zum anderen wollen wir aber auch die Evolution der Tiere selbst verstehen, insbesondere ihre spezialisierten Anpassungen im ökologischen Kontext. Computer Algorithmen oder Untersuchungen an isolierte Zellsystemen können dabei sehr hilfreich sein, aber sie können die Erforschung des ganzen Tieres nicht vollständig ersetzen.