Plöner Evolutionsbiologe erklärt warum es eigentlich Männer gibt

Öffentlicher Abendvortrag am 01. Dezember im Max-Planck-Institut für Evolutionsbiologie

25. November 2014

Der Plöner Evolutionsbiologe Dr. Lutz Becks wird in einem öffentlichen Abendvortrag am 01. Dezember darüber sprechen, warum es wohl Männer und geschlechtliche Fortpflanzung gibt. Der Vortrag findet am 01.12.2014 um 19 Uhr im Hörsaal des Max-Planck-Instituts für Evolutionsbiologie in Plön statt. Er ist der zweite Teil einer monatlichen Reihe, in der Wissenschaftler die Forschung des Institutes an wichtigen evolutionsbiologischen Themen erklären. Diese Veranstaltungen richten sich dabei an alle interessierten Personen, und Fachwissen wird nicht vorausgesetzt.

Rädertierchen können zwischen ungeschlechtlicher und geschlechtlicher Fortpflanzung wechseln. Daher sind sie hervorragende Modellorganismen, um zu erforschen warum geschlechtliche Fortpflanzung vorteilhaft sein kann, obwohl sie langwieriger und energieaufwändiger ist als ungeschlechtliche Vermehrung.

Warum gibt es bei den meisten Tieren und Pflanzen unterschiedliche Geschlechter? Warum brauchen diese Organismen beide Geschlechter zur Fortpflanzung? Diese Eigenschaften machen Fortpflanzung scheinbar unnötig kompliziert, da sie länger dauert und mehr Energie kostet als ungeschlechtliche Vermehrung. Dazu kommt das Risiko keinen Partner zu finden und trotz all der aufgewendeten Energie ohne Nachwuchs zu bleiben. Trotzdem ist geschlechtliche Fortpflanzung im Tier- und Pflanzenreich so weit verbreitet, dass sie für die meisten Menschen eine Selbstverständlichkeit ist. Evolutionsbiologen versuchen schon seit sehr langer Zeit diesen scheinbaren Widerspruch zu verstehen. Der Vortrag von Dr. Lutz Becks, Forschungsgruppenleiter am Max-Planck-Institut in Plön, wird einen Einblick in aktuelle Forschungsergebnisse zu diesem Thema geben.

Die Forschungsgruppe von Lutz Becks wurde im Oktober 2011 gegründet. Seitdem erforschen er und seine Mitarbeiter unter welchen Bedingungen geschlechtliche Fortpflanzung vorteilhaft für Organismen ist. Dazu arbeiten sie unter anderem mit Rädertierchen, die zwischen geschlechtlicher und ungeschlechtlicher Fortpflanzung hin und her wechseln können. Dies ermöglicht den Wissenschaftlern gezielt zu testen, unter welchen äußeren Einflüssen welche Art der Vermehrung erfolgreicher ist. Ziel dieser Forschung ist es Erkenntnisse zu gewinnen, die etwas zum grundlegenden Verständnis der Biologie beitragen.

Anschließend an den Vortrag von Lutz Becks werden interessierte Besucher die Möglichkeit haben, in Begleitung das Labor der Arbeitsgruppe kurz zu sehen, um eine bessere Vorstellung von der praktischen Arbeit der Wissenschaftler zu bekommen. Im Rahmen der Vortragsreihe sind zunächst noch zwei weitere Veranstaltungen geplant. Am 05.01.2015 wird Dr. Tobias Lenz einen Vortrag zum Thema „Die fantastische Anpassungsfähigkeit unseres Immunsystems“ halten. Einen Monat später am 02.02.2015 wird Prof. Dr. Bernhard Haubold über das Thema „Wie liest man das menschliche Genom?“ sprechen.

NH

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