Öffentlicher Abendvortrag: Die Entstehung von Krankheitserregern in Agrar-Ökosystemen

Öffentlicher Abendvortrag am 01. März im Max-Planck-Institut für Evolutionsbiologie

18. Februar 2016

Die Plöner Evolutionsbiologin Prof. Dr. Eva Stukenbrock erläutert am Dienstag, 01. März, wie Krankheitserreger in Pflanzen entstehen und wie sie sich an ihre Umwelt anpassen. Sie hält den vorerst letzten öffentlichen Abendvortrag der Forschungsstätte, der wie gewohnt um 19 Uhr im Hörsaal des Max-Planck-Instituts für Evolutionsbiologie in Plön stattfindet. Im Rahmen der wintermonatlichen Vortragsreihe erklären Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Forschung des Institutes an wichtigen evolutionsbiologischen Themen. Diese Veranstaltungen richten sich an alle interessierten Personen, Fachwissen wird nicht vorausgesetzt.

Krankheitserreger in Pflanzen, wie z.B. Pilze oder Bakterien, stellen Landwirte vor grosse Herausforderungen, denn sie können jährlich enorme Ernteverluste bedeuten. Doch im Gegensatz zu den grossen Auswirkungen von diesen Pathogenen auf die Pflanzenproduktion, ist sehr wenig über deren Ursprung bekannt. Woher genau kommen diese Krankheitserreger und wie haben sich diese Organismen entwickelt und an ihre Wirtspflanze und ihre Umgebung angepasst?

Zymoseptoria tritici ist ein Pilz, der in Weizen und anderen Getreidearten die Blattfleckenkrankheit hervorruft. Der Erreger hat sich sehr erfolgreich verbreitet und tritt nunmehr in allen Weizenanbaugebieten der Welt auf, ist also somit für eine der wirtschaftlich bedeutendsten Weizenkrankheiten verantwortlich. Die Forschungsgruppe um Eva Stukenbrock arbeitet modellhaft an diesem Weizenerreger, um die Entstehung von Pathogenen in natürlichen und kontrollierten Ökosystemen zu untersuchen.

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler konnten bereits belegen, dass dieser Erreger aus dem Mittleren Osten kommt. Vermutlich ist er vor 10-12.000 Jahren, als Weizen verstärkt angebaut und domestiziert wurde, entstanden. Desweiteren wird nun getestet, wie sich die landwirtschaftliche Umgebung auf die Entwicklung und Anpassung des Erregers auswirken. So bieten beispielsweise Agrar-Ökosysteme ein sehr günstiges Umfeld, an das sich wichtige Krankheitserreger, wie Z. tritici, schnell anpassen und von dort ausbreiten.

Der Vortrag von Prof. Dr. Eva Stukenbrock, Forschungsgruppenleiterin am Max-Planck-Institut in Plön und an der Kieler Universität, wird Einblicke in aktuelle Forschungsergebnisse zur Entstehung und Entwicklung von Pflanzen-Pathogenen geben.

Pilzartige Krankheitserreger sind in vielen Weizenanbaugebieten verbreitet.

Die Gruppe für Umweltgenomik von Eva Stukenbrock wurde im August 2014 gegründet. Sie ist ein neues und einzigartiges Kooperationsmodell zwischen der Kieler Universität und dem Max Planck Institut für Evolutionsbiologie in Plön. Beide Institutionen haben nämlich gemeinsam die „Max-Planck-Forschungsgruppe an der Universität“ ins Leben gerufen. An beiden Standorten wird am Weizen-Erreger Zymoseptoria tritici und zu ihm verwandte Pflanzen-Pathogene geforscht. Eine der zentralen Fragen der Gruppe ist herauszufinden, welche Funktionen bestimmte Gene dieses Krankheitserregers haben. Um solche Experimente durchzuführen, werden infizierte Pflanzen unter kontrollierten Bedingungen in Phytokammern gezüchtet. Ziel dieser Arbeit ist es Erkenntnisse zu gewinnen, die etwas zum grundlegenden Verständnis der Entstehung von Krankheitserregern und der (Evolutions)Biologie beitragen.

Hinweis: Besucher/innen sollten beachten, dass leider nur wenig Parkmöglichkeiten im Bereich des Instituts zur Vefügung stehen.

EHS/KM

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