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Zwei Max-Planck-Forscher werben hohe EU-Förderung für Plön ein

Der Europäische Forschungsrat (ERC) hat 408 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit einem Starting Grants von jeweils bis zu 1,5 Millionen Euro ausgezeichnet. Gleich zwei dieser kompetitiven Förderungen gehen an das Max-Planck-Institut für Evolutionsbiologie in Plön (MPI-EB).

3. September 2019

 

Das Max-Planck-Institut in Plön freut sich für zwei seiner neuen Forschungsgruppenleiter. Dr. Christian Hilbe und Dr. Javier Lopez Garrido erhalten jeweils einen Starting Grant des ERC, der ihnen und ihren zukünftigen Teams in den nächsten fünf Jahren ermöglichen wird, ihren exzellent eingestuften Projektideen nachgehen zu können.

“Wir gratulieren Christian Hilbe und Javier Lopez Garrido herzlich zu diesen eingeworbenen Geldern“, beglückwünscht Professor Diethard Tautz, Geschäftsführender Direktor des MPI-EB. “Die Startförderung des Europäischen Forschungsrates geht jährlich an herausragende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in ganz Europa. In diesem Jahr bekommen gleich zwei unserer neuen Forschungsgruppenleiter diesen Grant. Dies ist auch als klarer Erfolg für die Attraktivität unseres Instituts und die Plöner Evolutionsforschung auch auf europäischer und internationaler Ebene zu sehen“, so Tautz weiter.

Dr. Christian Hilbe (li) und Dr. Javier Lopez Garrido (re) werben hohe EU-Förderung für ihre Forschung am Max-Planck-Institut für Evolutionsbiologie in Plön ein. Bild vergrößern

Dr. Christian Hilbe (li) und Dr. Javier Lopez Garrido (re) werben hohe EU-Förderung für ihre Forschung am Max-Planck-Institut für Evolutionsbiologie in Plön ein.

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Die beiden Wissenschaftler Hilbe und Lopez Garrido wurden gemeinsam mit einer weiteren Kollegin zu Beginn des Jahres als neue unabhängige Max-Planck-Forschungsgruppenleiter ans Plöner Institut berufen. Ihre jeweiligen Forschungsschwerpunkte sind jedoch ganz unterschiedlicher Natur.

Christian Hilbe wird sich evolutionstheoretisch anhand von mathematischen Modellen mit der Dynamik von sozialem Verhalten befassen. In seinem von der EU geförderten Projekt möchte er speziell die Entwicklung der direkten Gegenseitigkeit in komplexen Umgebungen untersuchen. Bisherige Modelle der Evolutionären Spieltheorie, die das Konzept der Gegenseitigkeit oder auch umgangssprachlich die Strategie des “Wie du mir, so ich dir“ untersuchen, gehen überwiegend davon aus, dass alle Spieler gleich sind und dass sie immer wieder der gleichen strategischen Interaktion ausgesetzt sind. Mit diesem Projekt möchten der gebürtige Österreicher und sein zukünftiges Forschungsteam herausfinden, wie Menschen zusammenarbeiten, wenn sie entweder ungleich sind (z.B. wenn eine Person viel geringere Kosten für die Zusammenarbeit hat als eine andere) oder wenn ihre heutigen Maßnahmen die strategischen Möglichkeiten der Zukunft beeinflussen.

Der Spanier Javier Lopez Garrido hingegen verfolgt in seiner zukünftigen Forschungsgruppe “Evolutionäre Zellbiologie“ einen eher praktischen Ansatz im Labor. Die EU-Förderung möchte er für die Erforschung von Stoffwechselverbindungen während der Entwicklung von Bakterien nutzen. Studien zur Entwicklungsbiologie konzentrierten sich traditionell auf die Entschlüsselung der Signalübertragung und die regulatorischen Netzwerke, die die Differenzierung der Zellen steuern. Lopez Garrido möchte nun versuchen, eine erste vollständige Beschreibung eines metabolischen Entwicklungsprozesses zu liefern. Hierzu plant er, die Rolle der Stoffwechselfunktionen während der Endosporenbildung eines Bakteriums zu analysieren. Eine sogenannte Endospore wird als Überdauerungsform als Reaktion auf beispielsweise Hungerzustände innerhalb eines Organismus oder einer Zelle gebildet. Endosporenbildende Bakterien sind in der Natur weit verbreitet.

Diese gänzlich unterschiedlichen Fragestellungen ergänzen die große Bandbreite der Forschung am Plöner MPI für Evolutionsbiologie und leisten somit einen bedeutenden Beitrag zur Spitzenforschung auf diesem Gebiet in Schleswig-Holstein.

Über den ERC Starting Grant

Starting Grants des ERC werden jährlich an junge Nachwuchswissenschaftlerinnen und - wissenschaftler jeder Nationalität vergeben. Voraussetzungen sind, dass die Promotion maximal zwei bis sieben Jahre zurückliegt, über eine vielversprechende wissenschaftliche Erfolgsbilanz verfügt wird und die vom ERC geförderte Forschung in einem der EU-Mitgliedstaaten durchgeführt wird. Die Finanzierung ist für bis zu fünf Jahre vorgesehen.

Die Ergebnisse des diesjährigen Wettbewerbs zeigen eine größere Vielfalt an Nationalitäten als jemals zuvor: Die Grant-Inhaberinnen und – Inhaber kommen aus 51 verschiedenen Herkunftsländern auf der ganzen Welt und werden nun in 24 unterschiedlichen EU-Ländern ihre Forscherkarriere fortsetzen. Von insgesamt 3106 eingereichten Projekten erhielten 408 Bewerberinnen und Bewerber den Zuschlag des ERC. Dies entspricht einer Erfolgsrate von 13 %.

Die Max-Planck-Gesellschaft erzielt mit insgesamt 19 eingeworbenen Grants an ihre Forschungseinrichtungen auch in diesem Jahr wieder ein sehr gutes Ergebnis. Im europäischen Vergleich liegt sie damit hinter dem französischen CNRS (Centre national de la recherche scientifique) auf Platz Zwei.

KM

 
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