Pilze können Weizen-Immunsystem unterdrücken

28. April 2020

Der Pilz „Zymoseptoria tritici“ ist einer der gefährlichsten Weizenschädlinge überhaupt und für Ernteausfälle von bis zu 50% verantwortlich. Die Max Planck Fellow Gruppe Umweltgenomik um Eva Stukenbrock hat die Wechselwirkungen zwischen der Pflanze und dem Pilz untersucht und herausgefunden, dass der Pilz das Immunsystem der Weizenpflanze über die lokale Infektion hinaus ganzheitlich schädigt und es damit anfällig macht.

Untersucht wurden die Auswirkungen des Pilzes einerseits auf resistente und andererseits auf anfällige Arten. Die resistenten Weizensorten schütten nach der Pilzinfektion Stoffwechselprodukte aus, die das Wachstum des Pilzes hemmen. Genau dies ist bei den anfälligen Arten nicht der Fall. Sie können diese Produkte nicht mehr produzieren, sobald der Pilz eingedrungen ist. Der entscheidende Effekt ist, dass es sich hierbei nicht um eine lokal begrenzte Reaktion handelt, sondern das Immunsystem der ganzen Pflanze heruntergefahren wird. So haben auch neu eindringende Bakterien leichtes Spiel.

Diese Forschungsergebnisse wurden in der Zeitschrift „Nature Communications“ veröffentlicht und sind ein wichtiger Baustein bei der Entwicklung neuer Bekämpfungsstrategien gegen den Pilz.

Die Forschungsgruppe Umweltgenomik ist eine Kooperation zwischen der CAU Kiel und dem Max-Planck-Institut in Plön. Die Pressemeldung der CAU finden Sie hier: https://www.uni-kiel.de/de/detailansicht/news/108-seybold-ncomms

Die Original-Publikation: Nature Communications, published: 20 April 2020
DOI: 10.1038/s41467-020-15633-x 

Website der Forschungsgruppe Umweltgenomik: https://www.evolbio.mpg.de/2984078/environmentalgenomics

Teaserbild auf der Startseite: Pilzfruchtkörper auf einem Weizenblatt. (c) Dr. Amine Hassani

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