Plöner Nachwuchswissenschaftler erhält Kiel-Life-Science-Postdoc-Award

Michael Raatz für seine Forschungen zu populationsökologischen Modellen und deren Übertragung auf die Krebsforschung ausgezeichnet.
 

17. November 2021

Der Forschungsschwerpunkt Kiel Life Science (KLS) hat im Rahmen seiner Mitgliederversammlung seine erfolgreichsten Nachwuchsforschenden des vergangenen Jahres mit dem KLS Postdoc Award ausgezeichnet. Neben Lukas Pfeifer vom Pharmazeutischen Institut der CAU wurde, in der medizinischen Kategorie, auch Michael Raatz aus der Abteilung Evolutionstheorie (Arne Traulsen) des Max-Planck-Instituts für Evolutionsbiologie in Plön geehrt.
 

Populationsökologische Erkenntnisse auf Krebsforschung übertragen

Lukas Pfeifer (links) und Michael Raatz (Mitte), hier mit KLS-Sprecher Prof. Thomas Bosch, wurden als beste Nachwuchsforschende des lebenswissenschaftlichen Schwerpunkts an der CAU geehrt.

Michael Raatz beschäftigte sich in seiner Promotion an der Universität Potsdam mit der Frage, wie die Entwicklungen innerhalb und zwischen Populationen mithilfe theoretischer Modelle beschrieben und berechnet werden können, beispielsweise bei der Betrachtung von Räuber-Beute-Interaktionen. Derzeit entwickelt er die damals gewonnen Erkenntnisse im Bereich der Modellierung der Populationsökologie weiter und überträgt diese auf die Krebsforschung: „Tumore sind genetisch und phänotypisch diverse Populationen von Krebszellen. Indem wir diese Heterogenität berücksichtigen, können wir modellieren, wie die Zellen auf unterschiedliche Weise auf Immun- oder Chemotherapie antworten, und so beispielsweise Gründe für mögliche Rückschläge in der Therapie finden“, sagt der Evolutionsbiologe.

Zyklus von theoretischen Berechnungen und folgenden Laborversuchen

Die theoretischen Berechnungen werden von Raatz immer wieder mit praktischen Erkenntnissen in den Laboren des Max-Planck-Instituts in Plön abgeglichen. Dabei spielt die Zusammenarbeit mit denjenigen Wissenschaftlern eine bedeutende Rolle, deren Forschung auf experimentellen Ansätzen beruht. „Durch die enge Zusammenarbeit entsteht ein Zyklus aus Berechnungen, Experimenten im Labor und daraus resultierenden Erkenntnissen, die wiederum in neue Berechnungen einfließen und uns so neue Erkenntnisse liefern“, sagt Raatz.

Für seine innovativen Ansätze wurde er nun ausgezeichnet.

„Der wissenschaftliche Nachwuchs ist unsere wichtigste Ressource für die Zukunft. Daher möchten wir im Wettbewerb der internationalen Wissenschaftsstandorte möglichst gute Bedingungen für unsere jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler schaffen. Die Förderpreise und Nachwuchsprogramme des Forschungsschwerpunkts KLS sind ein wichtiger Baustein, um ein solch attraktives Umfeld für talentierte junge Menschen an der CAU zu realisieren“, betont Professor Thomas Bosch, Sprecher des Forschungsschwerpunkts KLS.

Der KLS Postdoc Award ist mit 6000 € dotiert, die für Forschungszwecke verwendet werden können.

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