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Dr. Linda Odenthal-Hesse

Forschungsgruppenleiterin

Forschungsinteressen

Meiotische Rekombination, Fertilität und Genomevolution

Die Forschungsgruppe von Dr. Linda Odenthal-Hesse untersucht die molekularen Mechanismen der meiotischen Rekombination und deren Bedeutung für die Fertilität, die Genomevolution und die reproduktive Isolation. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie genetische Information während der Meiose präzise neu kombiniert wird, wie fehlerhafte Keimzellen erkannt und eliminiert werden und wie sich diese Prozesse im Laufe der Evolution verändern.

Die Gruppe verbindet Evolutionsbiologie, Molekulargenetik, Bioinformatik und Reproduktionsmedizin, um grundlegende Mechanismen der Genomstabilität und Fortpflanzung aufzuklären. Aktuelle Arbeiten befassen sich insbesondere mit der Evolution von Rekombinationsmechanismen in Wirbeltieren, mit meiotischen Qualitätskontrollsystemen sowie mit der Rolle regulatorischer RNAs bei der Kontrolle der Meiose.

Forschungsfelder

  • Meiotische Rekombination
  • Rekombinationslandschaften und Genomevolution
  • Fertilität und Hybridsterilität
  • Meiotische Checkpoints und Qualitätskontrolle
  • DNA-Reparatur und Genomstabilität
  • Evolution regulatorischer Mechanismen
  • Bioinformatische Analyse komplexer Genomregionen
  • Reproduktive Isolation und Speziation



Vita

Dr. Linda Odenthal-Hesse ist Forschungsgruppenleiterin am Max-Planck-Institut für Evolutionsbiologie und international bekannt für ihre Arbeiten zur meiotischen Rekombination, zur Fertilität und zur Genomevolution.

Nach ihrem Studium der Biologie und Genetik an der Universität zu Köln promovierte sie an der University of Leicester unter der Betreuung von Sir Alec Jeffreys, einem der Begründer der modernen DNA-Fingerprinting-Technologie. Bereits während ihrer Promotion war sie an grundlegenden Arbeiten zur Regulation von Rekombinations-Hotspots beteiligt, die wesentlich zum heutigen Verständnis meiotischer Rekombination beigetragen haben.

Ihre wissenschaftliche Laufbahn wurde frühzeitig durch kompetitive Förderungen unterstützt, darunter Forschungsstipendien während des Bachelor- und Fast-Track-Masterstudiums in Köln, ein Promotionsstipendium des Boehringer Ingelheim Fonds für ihre Doktorarbeit in Leicester sowie ein internationales Odyssey Research Fellowship für ihre Forschung in den USA.

Es folgten Forschungsaufenthalte an der University of Leicester sowie am MD Anderson Cancer Center, wo sie zu Genomstabilität, DNA-Reparatur und rekombinationsassoziierten Mechanismen bei Erkrankungen forschte.

Von 2014 bis 2016 arbeitete sie am Max-Planck-Institut für Evolutionsbiologie in der Abteilung von Diethard Tautz, an der Schnittstelle von Evolutionsbiologie, Genomdynamik und Rekombinationsforschung, entscheidend mit.

Seit 2016 leitet sie ihre unabhängige Forschungsgruppe am Max-Planck-Institut für Evolutionsbiologie. Ihre Forschung hat wesentlich dazu beigetragen, die evolutionären Mechanismen der Rekombinationskontrolle, der Hybridsterilität und der meiotischen Qualitätskontrolle aufzuklären. Besonders hervorzuheben sind Arbeiten zur Evolution von Rekombinationsmechanismen in Wirbeltieren sowie zur Entdeckung eines neuartigen meiotischen Kontrollsystems, das die Eliminierung fehlerhafter Keimzellen reguliert und die Fertilität beeinflusst.

Dr. Odenthal-Hesse arbeitet in internationalen Kooperationen darunter mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des Centre National de la Recherche Scientifique in Montpellier und Lyon, der Charles University, der Università degli Studi di Roma Tor Vergata.

Für ihre Arbeiten erhielt sie mehrere kompetitive Forschungsförderungen der Deutsche Forschungsgemeinschaft. Ihre Forschungsergebnisse erscheinen regelmäßig in führenden internationalen Fachzeitschriften. Darüber hinaus wird sie als eingeladene Sprecherin und Keynote-Rednerin zu internationalen Konferenzen eingeladen und verfasst Übersichtsarbeiten sowie Buchkapitel zu zentralen Fragen der Meiose und Genomevolution.

Neben ihrer Forschung engagiert sich Dr. Odenthal-Hesse intensiv in der akademischen Selbstverwaltung und in der Nachwuchsförderung. Sie war gewählte Vertreterin der wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der biomedizinischen Sektion der Max-Planck-Gesellschaft sowie Mitglied zahlreicher Graduierten-, Evaluations- und Berufungskommissionen. Von 2018 bis 2023 war sie Mitglied des Auswahl- und Evaluationskomitees des Lise-Meitner-Exzellenzprogramms zur Förderung exzellenter Wissenschaftlerinnen. Zudem wurde sie 2024 in das MPG Leadership Alumni Network („Sign up for Leadership“) aufgenommen, ein Programm zur Förderung wissenschaftlicher Führungspersönlichkeiten innerhalb der Max-Planck-Gesellschaft.


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